Gesetzliche Haftungstatbestände

Sowohl natürliche als auch juristische Personen können (und vor allen Dingen sollten) eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen, denn nur dann sind Schäden Dritter, die bei der betrieblichen Tätigkeit durch den Versicherten oder seine Mitarbeiter verursacht werden, mitversichert. Die Haftpflichtversicherung für Betriebe basiert auf der gesetzlichen Verschuldenshaftung (§ 823 Bürgerliches Gesetzbuch/BGB) und der gesetzlichen Gefährdungshaftung wegen der Betriebsgefahr von Maschinen, Produkten oder Fahrzeugen. Vorsätzlich verursachte Schäden sind nicht versichert. Die Ersatzpflicht beginnt bei grob fahrlässig verursachten Schäden.

Schäden und Leistungsumfang

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist für die Absicherung von Unternehmen und deren Mitarbeitern im Betrieb und auf fremden Grundstücken von Personen-, Sachschäden und Vermögensschäden Dritter einsetzbar. Bei möglichen Personenschäden werden Behandlungskosten, Schmerzensgeld, Gehaltsfortzahlungen und sogar eventuelle Rentenansprüche erstattet. Auftretende Sachschäden, die beim Be- und Entladen entstehen können, werden von der Versicherung übernommen. Schäden, die somit durch einen Mitarbeiter bei einem Kunden verursacht wurden, sind mitversichert. Dies kann Gebäudeschäden, Schäden durch Arbeitsmaschinen und auch Produkthaftungsschäden (eventuell ist hier die Erweiterung um eine Produktschadenhaftpflicht sinnvoll) sowie Schäden an Leitungen, beinhalten. Die Umwelthaftpflichtversicherung ist ebenfalls in der Betriebshaftpflichtversicherung enthalten, diese dient z.B. für die Lagerung von umweltgefährdenden Stoffen wie Farben, Lacken, Lösungs- und Reinigungsmitteln. Außerdem sollte die Versicherung die Absicherung von Bearbeitungsschäden und Schlüsselverlustrisiko beinhalten (im Deckungsumfang der AXA Betriebshaftpflichtversicherung enthalten). Der Schutz gegen Schadensersatzansprüchen wegen beispielsweise versehentlicher Verbreitung von Computerviren sollte in der Betriebshaftpflichtversicherung verankert sein. Vermögensschäden sind auch versichert, wenn sie nicht auf einem Sach- oder Personenschaden beruhen. Ein klassischer Vermögensschaden wäre z.B. das Behindern eines Taxifahrers durch zuparken einer Ausfahrt.

Branchenspezifische Lösungen

Die Geschäftswelt ist sehr vielfältig und genauso vielfältig sollte auch das Angebot bei einem guten Versicherungsunternehmen für die Vielzahl von verschiedenen Betriebshaftpflichtversicherungen sein. Aus diesem Grund sollte der Betriebsinhaber möglichst alle Risiken des speziellen Geschäftsbereichs bedenken, bevor es zu einem Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung kommt. Gerade ein Existenzgründer sollte sich über mögliche Betriebsrisiken informieren, um eine optimale Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen, so dass er in dem Leistungsumfang der Versicherung auch alle beinhalteten Risikofälle kontrollieren kann. Besonders im Gesundheitsbereich wird täglich in vielen Arbeitsbereichen mit umweltschädlichen Stoffen gearbeitet, somit ist auf die Absicherung umweltschädlicher Stoffe zu achten. Als Beispiel seien hier die in einem Friseurgeschäft gelagerten gefährlichen Chemikalien genannt. Betriebe, die oftmals mit Chemikalien arbeiten, haben eine gesonderte Umwelthaftpflicht in der Betriebshaftpflichtversicherung. Diese berücksichtigt speziell die Aufbewahrung von gewässerschädlichen Stoffen in Kleingebinden. Diese Lösungen erarbeiten wir mit Ihnen zusammen durch unsere Plan 360 Grad Beratung. Aus jahrelanger Erfahrung heraus wurde diese Rundumberatung Ausgearbeitet und erfragt somit alle Risiken, welche in Ihrem Geschäftsbetrieb ein Risiko darstellen können. Somit ermitteln wir mit Ihnen zusammen den richtigen Schutz in der Betriebshaftpflichtversicherung und ermitteln diesen jährlich oder bei Bedarf auch unterjährlich neu.

Betriebs- und Kundenräume

Insbesondere Ladengeschäftsinhaber sind einem erhöhten Haftungsrisiko ausgesetzt. Das gilt auch für Betriebe, deren Geschäftsräume von Kunden oder Lieferanten konsultiert werden. Selbst ungewollte und zuerst geringfügige gedachte Missgeschicke können oft zu existenzbedrohenden Schadensersatzsummen führen, beispielsweise wenn durch ein Missgeschick des Mitarbeiters beim Entladen des Lkws ein Teil der Ware auf einen Kunden-Pkw fällt und der dadurch schwer beschädigt wird oder wenn auf einer Freilichtmesse bei stark aufkommenden Wind eine Metallstange einer Messestandüberdachung abknickt und dabei sogar Kunden verletzt werden. Darüber hinaus können auch Schäden, die beim Anliefern von Waren oder bei der Durchführung von Reparaturserviceleistungen in Räumen oder auf dem Gelände von Kunden fahrlässig entstehen, über die Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt werden.

Betriebliche Interessenlage

Weitere Aspekte, die man im Rahmen der Vertragsgestaltung ebenfalls berücksichtigen sollte, sind etwa Betriebsmittel, die besonders teuer oder wichtig für das Unternehmen sind. Die Küchen in Gastronomie- und Hotelbetrieben sind in vielen Fällen mit sehr teuren Geräten ausgestattet. Wegen eines Brandschadens in der Küche können daher hohe Summen benötigt werden, um die für den Betrieb notwendigen Gerätschaften zu erneuern oder zu reparieren (Inhaltsversicherung).

Neue Haftungsrisiken

Wenn sich die Haftungsbedingungen im Laufe der Zeit ändern, sollte man bestehende Verträge gegebenenfalls an die neuen Gefährdungslagen anpassen. Beispielsweise haben sich für nahezu alle Branchen, die mit EDV und IT arbeiten, neue Haftungsgefahren im Bereich Datenschutz ergeben, beispielsweise im Umgang mit Kundendaten oder mit Daten von Geschäftspartnern. Darum können bei der Betriebshaftpflichtversicherung inzwischen auch Schäden im Zusammenhang mit Internet-Technologien berücksichtigt werden, die sich aus dem Umgang mit elektronischen Daten ergeben, deren Austausch, Übermittlung und Bereitstellung per E-Mail, im Internet oder auf Datenträgern erfolgt.

Berücksichtigung des Geschäftsrisikos

Gemäß dem Geschäftsbereich sollten der Versicherungsvertrag und die Deckungssumme individuell vereinbart werden. Das Geschäftsrisiko sollte stets im Vordergrund stehen. Bei einem möglichen Versicherungsfall überprüft der Versicherer folgende Aspekte: Ansprüche auf Schadensersatz und deren Höhe. Neben den Schadenskosten werden auch Aufwendungen für die Schadensregulierung, d. h. für Anwalt, Gericht und Sachverständige erstattet. Beim Basismodell liegt die Regeldeckungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden bei 3 Millionen Euro. Abweichende Vereinbarungen sind möglich und sollten bei einem bestehenden höheren Haftungsrisiko getroffen werden. Die darüber hinausgehenden Kosten muss der Versicherte nämlich selbst tragen. Sollten sich die Risiken nachträglich geändert haben, sollte man die Betriebshaftpflichtversicherung ebenso anpassen.

Weitere Schutzmaßnahmen

Die Betriebshaftpflichtversicherung bietet viel Raum für maßgeschneiderte Lösungen. Über Zusatzbausteine lassen sich weitere Geschäftsrisiken absichern, die durch bestimmte Regelungen je nach Interesse des Unternehmens erarbeitet werden. Gehört z.B. der Umgang mit gefährlichen Gütern zum Firmenalltag, ist es ratsam, die Umwelthaftpflichtversicherung zu erweitern. Dies gilt ebenfalls für Herstellungs- und Weiterverarbeitungsunternehmen, die sich durch einen Abschluss von einer Produkthaftpflichtversicherung optimal für Rückruf- und Austauschaktionen absichern können. Dienstleistungs- und Finanzunternehmen, welche dem Risiko von Vermögensschäden ausgesetzt sind, die nicht über die Firmenhaftpflicht abgedeckt werden, können sich mit dem Abschluss einer besonderen Vermögensschadensversicherung schützen (z.B. Rechtsanwälte).

Vertragliche Vereinbarungen

Die Betriebshaftpflichtversicherung springt nur für gesetzliche Haftungsfälle ein. Die Haftung basiert auf den vertraglichen Vereinbarungen und Leistungszusagen zwischen zwei Parteien. Sollte die Haftung vertraglich erweitert worden sein, muss der Versicherer die Schäden nicht erstatten. Der Versicherer muss beispielsweise nicht leisten, wenn der Geschäftspartner eine über die gesetzliche Haftung hinausgehende Vereinbarung für die Gewährleistung getroffen hat. Ein Unternehmer sollte beim Abschluss von Verträgen mit Partnern und Kunden diese wichtigen Aspekte besonders beachten. Vor dem Abschluss einer passenden Versicherung als auch im Geschäftsalltag ist eine umfassende rechtliche Beratung sehr zu empfehlen. Nur so ist das Unternehmen im Haftungsfall optimal aufgestellt.